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“Heilung erzwingen?”-Tagung: Kommt Gert Postel? Oh Medien, oh mores….

21. März 2012

Kommt Gert Postel? Oh Medien, oh mores….

Das Thema der diesjährigen Tagung des Instituts für Konfliktforschung ist brisant: „Heilung erzwingen?“ – es geht um die neueste Rechtsprechung zu Zwangsbehandlung im Maßregelvollzug, die einige Maßregelvollzugsgesetze der Länder gekippt hat. Kein Wunder also, dass die Medien anrufen (die Kanzlei Menschen und Rechte organisiert die Tagung) – gerne auch die scheinbar seriöseren: Spiegel, Süddeutsche, die eine oder andere Rundfunkanstalt…. Und was fragen die Journalisten: „Trifft es zu, dass Gert Postel an Ihrer Tagung teilnimmt?“ Gert Postel über den es in einem Artikel heißt: „Der Postbote Gert Postel wirkte in Sachsen als Leitender Oberarzt im Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Zschadraß. Seine psychiatrischen Gutachten wurden nie beanstandet, außerdem hielt er anerkannt gute Vorträge vor Medizinern“ kann unsere Tagung natürlich genauso gut besuchen, wie irgendjemand anderes. Auch Herrn zu Guttenberg oder Christian Wulff würden wir, wenn sie den Teilnahmebeitrag gezahlt hätten, den Zutritt nicht verwehren. Warum fragen die Journalisten den praktischen Psychiatriekritiker Postel nicht selbst, wo er seine Wochenende verbringen will? Stattdessen geben sie sich in ihren investigativen Gefühlen verletzt, wenn wir ihnen mitteilen, dass wir gerne Auskunft geben, wer auf unserer Tagung wozu referiert, dass wir aber gar nicht daran denken, Auskunft über Tagungsteilnehmer und Tagungsteilnehmerinnen zu erteilen. Warum sollten wir das auch? Es spricht nicht nur der Datenschutz dagegen, sondern auch, dass jeder, gerade auch ein verurteilter Straftäter, das Recht haben muss, unbehelligt von den Medien seiner Wege zu ziehen und sein Leben zu führen  – wenn er selbst den Medien etwas mitteilen will, kann er das natürlich genauso gut tun.

Das Institut für Konfliktforschung jedenfalls organisiert die Tagung nicht, damit über Gert Postel berichtet oder nicht berichtet wird, sondern weil wir der Auffassung sind, dass Zwangsbehandlung in psychiatrischen Kliniken ein höchst heikles Thema ist, das dringend mehr Öffentlichkeit braucht, aber auch mehr fachliche Diskussionen, als gegenwärtig laufen.

Referenten und Themen auf der Tagung, die am 21. und 22.April 2012 in Maria Laach stattfindet (unter anderem):

  • Prof. Dr. Jochen von Bernsto rff, Tübingen Professur für Staatsrecht, Völkerrecht, Verfassungslehre und Menschenrechte, „Zwang – Behandlung – Recht. Verfassungsrechtliche Vorgaben“
  • Dr. Heinz Kammeier, Münster Lehrbeauftrager für Recht im Gesundheitswesen, Universität Witten/Herdecke,„Zwangsbehandlung im Maßregelvollzug – Landesgesetze auf dem Prüfstand“
  • Dr. Nalah Saimeh, Lippstadt, Ärztliche Direktorin des Westfälischen Zentrums für Forensische Psychiatrie, „Zwangsbehandlung in der Forensischen Psychiatrie – Anforderungen der Praxis“
  • Prof. Dr. Karl-Dieter Pardey, Braunschweig, Direktor des Amtsgerichts Peine, „Zwangsbehandlung im Unterbringungs- und Betreuungsrecht“
  • Prof. Dr. Gunnar Duttge, Zentrum für Medizinrecht, Juristische Fakultät, Georg-August-Universität Göttingen, „Patientenverfügung gegen Zwangsbehandlung?“
  • Thomas Kutschat y, Düsseldorf, Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen „Behandlungspflichten im Strafvollzugsrecht (incl. ThUG)“

Weitere Informationen (über anreise, Kosten, Fortbildungspunkte) und Möglichkeiten der Anmeldung: www.konfliktforscher.de.

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